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Zu Besuch bei der Beyond Tellerrand – Tag 0

beyond tellerrand location duesseldorf

// Die Location.

In den vergangenen Tagen haben Alexander und ich an der „Beyond Tellerrand“ Konferenz in Düsseldorf teilgenommen. Die Reise begann für uns jedoch schon einen Tag früher, am Sonntag. Dort standen sowohl die Mozilla Roadshow als auch das Warm-Up zur Konferenz an. Beide fanden in den ästhetisch eingerichteten Büro-Räumen des Sponsors sipgate statt.

verplegung vom kuchen basar

// Lecker.

Nach der Anreise und einer kleinen Stärkung in Form von Kuchen ging es dann auch schon mit dem ersten Talk der Roadshow von Jan-Erik Rediger und dem Titel „WebAssembly for the rest of us“ los. WebAssembly ist ein neues Format für das Web, welches bereits in den Browsern Chrome und Firefox gelandet ist. Das Format selbst ähnelt der Low-Level-Sprache Assembly und kommt in einer kompakten Binärrepräsentation daher.

Die binäre Darstellung der Programme hat 2 bedeutende Folgen: Zum einen kann mit Hilfe eines entsprechenden Compilers Quelltext aus nativen Sprachen wie C und C++ in dieses Format umgewandelt werden. Dies eröffnet die neue Möglichkeit Anwendungen aus diesen Bereichen nun auch im Browser ausführen zu können. Zum anderen kann das Binärformat von WebAssembly wesentlich schneller vom Browser dekodiert werden als beispielsweise JavaScript geparst werden kann.

WebAssembly öffnet somit das Web als Medium für eine ganze Reihe neuer Anwendungsfälle, von live Bild- und Video-Bearbeitungen über CAD-Anwendungen bis hin zu neuen Verschlüsselungsverfahren. Dabei sollte betont werden, dass WebAssembly kein Ersatz für JavaScript ist, sondern stattdessen dieses komplementiert. Native Bibliotheken, welche vorher nicht in einem Web-Kontext verfügbar waren, können nun über entsprechende Schnittstellen im JavaScript verwendet werden.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit dem zweiten Teil der Roadshow und Ola Gasidlos Talk mit dem Titel „I’m offline, cool! What now?“. Im Fokus der Präsentation stand die Offline-Verfügbarkeit von Web-Anwendungen. Ola weicht dabei von der herkömmlichen Argumentation, die Offline-Unterstützung wäre Teil des Progressive Enhancement, im Zuge dessen eine Web-Anwendung seinen Nutzern immer das beste Nutzungserlebnis bietet, welche das Gerät des entsprechenden Nutzers erlaubt. Stattdessen argumentiert Ola, dass die Offline-Verfügbarkeit das Standard-Verhalten einer Web-Anwendung sein sollte und erst der Zugriff auf das Netzwerk als Teil des Progressive Enhancement dient. Desweiteren wurde eine Reihe interessanter Projekte vorgestellt, welche die Wichtigkeit dieser Thematik, insbesondere in weniger fortgeschrittenen Ländern untermauert.

Obwohl die These von Ola durchaus interessant ist, ist sie doch in mindestens gleichem Maße diskussionswürdig. Denn mit der Einführung der Offline-Funktionalität einer Web-Anwendung geht auch immer ein gewisser Aufwand einher. Insbesondere auf Grund des noch eingeschränkten Supports von Service-Workers und des daraus resultierenden Bedarfs an alternativen Vorgehensweisen, um auch Geräte der iOS-Welt zu unterstützen, sollte dieser Aufwand nicht unterschätzt werden und während des Design-Prozesses kritisch hinterfragt werden, ob dieser im konkreten Fall Sinn macht.

Anschließend gab es Spezialitäten von Grill (superlecker!!!) und das ein oder andere kühle Getränk, welches sipgate den Besuchern zur Verfügung stellte.

verpflegung bei der beyond tellerrand 2017

// Wir wurden gut versorgt.

getränke station duesseldorf beyond tellerrand

// Die Getränke waren auch kalt gestellt.

Nach weiter Stärkung an Buffet und Bar ging es dann in die letzte Runde des Abends. Simon Höher beschrieb in seinem Talk „Human-centric concepts of technology, culture, and society in a global context“ die Herausforderungen, welche mit aktuellen Entwicklungen im Bereich Internet-of-Things und Artificial Intelligence einhergehen. Diese illustrierte er an einer Reihe von Praxis-Beispielen, welche mitunter zu Ungläubigkeit und Kopfschütteln bei den Zuhörern führen konnten. Sie zeigen jedoch, wie wichtig es ist auch als Entwickler Verantwortung für sein Tun zu übernehmen und an manchen Stellen auch einmal kritisch zu hinterfragen, woran wir gerade arbeiten.

Den Abschluss des Abends bildete eine kleine Führung durch die Büro-Räume (danke Anna!) sowie viele illustre Gespräche mit anderen Gästen. Ein wahrlich gelungener Auftakt für die „Beyond Tellerrand“. Eindrücke von den Tagen 1 und 2 folgen…

Rene Mäkeler

Herr Mäkeler ist für die Frontend-Umsetzung zuständig. Seine Schwerpunkte reichen von der pixelgenauen Umsetzung über Interaktivität und Animationen bis hin zur Sicherstellung der Cross-Browser-Funktionalität.